Vocal Jazz – Jazz mit dem Instrument Stimme

17. September 2008 | Von admin | Kategorie: > Musikgenres Einführungen, Jazz & Blues, Vocal Jazz

Seine Wurzeln haben der Jazz und auch der Vocal Jazz in der Musik der Afro-Amerikanischen Sklaven in den Südstaaten der USA im 19. und 20. Jahrhundert. Die so genannten “Field Holler” also die Lieder die während der Arbeit aud den Baumwollfeldern gesungen wurden und auch die geistlichen Lieder, die Gospels und Spirituals sind ursprüngliche Versionen des Vocal Jazz.

Als der Jazz und später auch der Blues in Amerika populär wurden und auch bei einem breiten Publikum Gehör fanden, wurden auch die ersten Vocal Jazz Künstler bekannt. Die erste Vocal Jazz Sängerin war Sarah Martin, die mit einer Dixieland Jazzband bereits 1917 eine Schallplatte aufnahm.

Es war Louis Armstrong der den Vocal Jazz richtig bekannt machte, in dem er 1926 mit “Heebie Jeebies” den Scat Gesang erfand. Im Vocal Jazz bedeutet Scat Improvisation. Es gibt keinen eigentlichen Gesang, sondern vielmehr eine Aneinandereihung von Worten.

Ein Jahr später nahm Duke Ellington mit der Sängerin Adelaide Hall “Creole Love Call” ebenfalls als Scat Gesang auf. 1932 wiederholte er dieses Experiment mit Baby Cox. Nur diesmal ersetzte die Sängerin die Posaune.

Das Scat Vocal Jazz aber auch harmonisch und rhythmisch sein kann, beweist eine Aufnahme der Grand Dame des Vocal Jazz, Ella Fitzgerald. Ihre Improvisation des Klassikers “How high the moon” gilt das eine der besten Vocal Jazz Interpretationen aller Zeiten.

Eine andere Richtung der Jazz Vocals ist das Vocalese. Im Gegensatz zum Scat ist hier eine Melodie erkennbar und und die Texte sind sinnvoll. Vocalese wird meistens mit einem Orchester oder eine Big Band gespielt. Ein gutes Beispiel für Vocalese ist die Oper “Porgy and Bess” von George Gershwin.

Beide Versionen des Vocal Jazz hatte neben einem begeisterten Publikum aber auch Kritiker. In den 1930er Jahren weigerten sich einige Radiosender Vocal Jazz zu spielen. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Vocal Jazz wieder gesellschaftsfähig. Sängerinnen wie Annie Ross und Betty Carter, später auch Eddie Jefferson und Dizzy Gillespie setzten in der Bebop Ära Aktzente im Bereich des Vocal Jazz. Ihre Konzerte waren regelmäßig ausverkauft und auch heute werden ihre Musik CDs noch gerne und viel gekauft. Auch als Audio Download für den MP3 Player ist Vocal Jazz immer noch sehr beliebt.

Besonders im Free Jazz hat der Vocal Jazz immer eine große Rolle gespielt. Die Free Jazz Interpreten sangen nicht nur, auch lachen, weinen, schreien und flüstern gehörte dazu. Anfangs als Avantgarde Kunst verstanden, wurde der Vocal Jazz in dieser Form zu einem Wegbereiter für die moderne Musik.

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