Schalldämmkabine
6. Oktober 2008 | Von admin | Kategorie: StudiotechnikDer Schall ist eine longitudinale Luftwelle. Es handelt sich um Schwingungen der Materie, die mit dem Ohr wahrgenommen und physikalisch nachgewiesen werden können. Man hört Schallwellen von 16 bis 20.000 Schwingungen pro Sekunde. Je größer die Zahl der Schwingungen pro Sekunde ist, desto höher ist der Ton. Als Lärm oder Geräusch empfindet das menschliche Ohr unregelmäßige Schwingungen.
Um sich vor Lärm zu schützen, wird der Schall gedämmt. Mit baulichen Maßnahmen werden Wände mit Schalldämmstoffen isoliert. Schalldämmstoffe sind federnde, porige oder plastische Stoffe. Der Schall wird absorbiert, wenn die Schallintensität beim Durchgang des Schalls durch eine Substanz abnimmt. Die Moleküle werden zum Schwingen gebracht, reiben aneinander und verwandeln Schall- in Wärmeenergie.
Schalldämmkabinen sind Rahmenkonstruktionen mit gesteckten, selbsttragenden Wandelementen, die schallabsorbierend sind. Die Wände einer Schalldämmkabine haben eine verzinkte Stahlblechaußenwand, die innen mit schallabsorbierender Mineralwolle ausgekleidet ist. Die Einzelteile werden untereinander und zum Fußboden mit Moosgummistreifen abgedichtet.
Schallwellen lösen Sinnesreize über den Hörnerv zum Gehirn aus und können das menschliche Hörvermögen beeinträchtigen. Diese „Raum im Raum“ Konstruktion der Schalldämmkabine wird eingesetzt, um die Geräusche von lauten Maschinen, Ventilatoren, Kompressoren, Musikinstrumenten, Gesprächen oder Testversuchen zu dämpfen oder zu blockieren.
Zur Belüftung werden die Wände der Schalldämmkabine mit Türen, Fenstern und Luftkanälen ausgestattet. Schalldämpfer, die vor den Öffnungen eingebaut werden, stellen sicher, dass kein Geräusch nach außen dringt.
Genauso wichtig wie die Schalldämmung ist die Akustik in der Kabine, die unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden muss, je nachdem, wie die Kabine genutzt wird.
Schalldämmkabinen nutzt man als Sprecherkabinen, beispielsweise für Dolmetscher, als Gesangskabinen, Musik- und Übungskabinen als „Soundblocker“, Aufnahmekabinen für Tonstudios, aber auch als Mess- und Prüfkabinen für die Forschung und technische Entwicklung u.a. zur Materialprüfung. In der Medizin, in Praxen und Kliniken dienen Schalldämmkabinen der Audiometrie (Gehörprüfung mit Hilfe des Audiometers).
